Gold- und Silberschmiedemeisterin Sarah Höller

Für den Beruf des Goldschmiedes habe ich mich schon in meiner Schulzeit sehr interessiert. Erst war es nur der „Mädchentraum“ den ganzen Tag von schönem, funkelnden Schmuck umgeben zu sein und in den Kontakt mit interessanten Menschen zu kommen, die wohlmöglich auch noch zur „High Society“ gehören.

Während eines Praktikums und einem Minijob in meinem späteren Ausbildungsbetrieb sollte ich jedoch feststellen, dass man als Goldschmied nicht nur funkelnde Ringe an den Fingern hat, sondern überwiegend Polierdreck, Blasen und Pflaster und dass Bergisch Gladbach nicht Hollywood ist, weshalb die erwartete „High Society“ aus Lieschen Müller und Tante Emma besteht.

Diese Erkenntnisse und ein unfassbar niedriger Lohn hielten mich aber nicht davon ab nach Abschluss meines Abiturs eine Lehre als Goldschmiedin zu beginnen; im Gegenteil. Es faszinierte mich wie aus einem flachen Blechstreifen ein runder Ring entstand oder wie lange ich die Flamme auf mein Material halten musste bis es flüssig wurde. Genauso begeistert war ich, zu sehen, wie meine lehrlingshaften Kreationen den Kunden ein Lächeln auf die Lippen zauberten.

Während meiner Lehrzeit stellte ich aber auch fest, dass ein Angestelltenverhältnis auf Dauer nichts für mich ist. Sicher ist es bequem, nach Feierabend frei zu haben und sich keine Sorgen über das liebe Geld zu machen, aber meine Kreativität ausleben und die Lust auf neue Wege zu gehen, waren in meinem Angestelltenverhältnis nicht möglich. Zu dem kommt noch, dass man als Goldschmied in einem Anstellungsverhältnis, gleich ob Geselle oder Meister, keine großen finanziellen Sprünge machen kann. Mir wurde also klar: wenn ich etwas erreichen und meine Kreativität ausleben möchte, muss ich mich selbstständig machen.

Um dieser angestrebten Selbstständigkeit gewachsen zu sein absolvierte ich nach meiner Gesellenprüfung die Meisterschule in Münster und darf mich nun stolz Gold- und Silberschmiedemeisterin nennen.

Ich bin dadurch nicht nur technisch versiert, sondern habe auch einen guten Einblick in die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge oder in das Ausbilden und Führen von Mitarbeitern erhalten. Die während dieser Zeit erworbenen Kenntnisse konnte ich nun noch ein Jahr in meinem Ausbildungsbetrieb mit einbringen.

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich in meinem Beruf seit nunmehr zehn Jahren – anfangs als Praktikantin, nun als Meisterin – mit Herzblut arbeite und einen guten Überblick über die Wünsche verschiedener Kundengruppen erhalten habe, was mir im eigenen Betrieb sicherlich zu Gute kommen wird.

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